Ressourcenschutz | Ökosystemleistungen

Eng mit dem Nachdenken über Ressourcenschutz ist bei der ANE die Sensibilisierung für Ökosystemleistungen verbunden. Hiermit werden Vorteile („benefits“) umschrieben, die Menschen durch funktionierende Ökosysteme beziehen. Einfache Beispiele sind das Bestäuben von Obstblüten durch Insekten, das natürliche Filtern von Niederschlag zu nutzbarem Bewässerungs- und Trinkwasser oder auch die Bereitstellung von frischer Luft.

Diese Leistungen wertzuschätzen und ihnen auch einen Wert beizumessen, sie in Wert zu setzen, ist das Anliegen ökologischer Wertpapiere. Ganz konkret beschäftigen wir uns mit beiden Perspektiven in den Projekten „Mehr Moorschutz durch MoorFutures. Klimaschutz trifft Biodiversität“ und „Streuobstgenussschein | SOS-Projektförderung”.

Für die ANE bedeutet dies außerdem ganz konkret ressourcenschonende Arbeits- und Lebensweisen zu finden, zu erproben und zu unterstützen.

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Dass der Rohstoffverbrauch in Industrieländern angesichts der Tragfähigkeit unserer Erde zu hoch ist, wissen wir schon länger. Für eine Vielzahl von ihnen gibt es technische Grenzen der Erschließung und Wiederverwertung. Lange konnte man darauf hoffen, dass mit dem Versiegen der Rohstoffquellen die Suche nach regenerativen Werkstoffen und tragfähigen Konsummustern zum Selbstläufer wird. Heute zeigt sich, dass durch immer riskantere Fördertechniken deren Endlichkeit um Jahre oder sogar Jahrzehnte aufgeschoben werden kann.

Die Pariser Klimakonferenz hat auch hierfür eindrücklich ins Bewusstsein gerufen, wie wichtig ambitionierte Klimaschutzziele und -maßnahmen sind. Zusätzlich bedarf es eines prinzipiellen Umdenkens. Hier gilt als Orientierung der simple Dreisatz von Bill McKibben: Um das 2-Grad-Ziel zu erreichen, dürfen wir bis zum Ende des 21. Jahrhunderts noch 565 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre freisetzen. Wenn wir alle bislang bekannten und „sicher“ vermuteten Reserven fossiler Brennstoffe verbrennen, würden 2.795 Gigatonnen CO2 ausgestoßen. Das wäre das Fünffache! Die Menge an fossilen Brennstoffen, die technisch gefördert und verbrannt werden könnte, überfordert somit schon zuvor die Tragfähigkeit des Ökosystems Erde, verschärft den Klimawandel in untragbarer Weise und bedroht menschliches Zusammenleben. Zum Glück gibt es für ein emissionsärmeres Dasein eine Vielzahl von Alternativen und guten Beispielen, der Blick erneuerbare Energien mutet da mittlerweile fast schon konventionell an.

In den letzten Jahren zeigt eine erstaunliche Weitung des Schutzgedankens klassischer Umweltbewegungen. Recycling bedeutet mittlerweile weitaus mehr als der Gang zur gelben Tonne. Upcyling, das Weiterverwenden und Umgestalten von nicht mehr gebrauchten Dingen, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Neue, ganz andere Nutzungsmöglichkeiten vermeidlich vertrauter Gegenstände werden teils mit ansprechenden Designs kombiniert. Als Prinzip von Produktionsabläufen und vielleicht einmal ganzer Industriezweige versuchen Kreislaufwirtschafts- oder cradle-to-cradle-Systeme die Wiederverwendung der Materialien in die Produktion von Gütern mit einzubeziehen. Abfälle und energieaufwendige Aufbereitung sollen somit vermieden werden. Alles Verwendete wird somit als Ressource für Neues begriffen. Dass hierbei Naturwerkstoffe in punkto Belastbarkeit, Lebensdauer und Variabilität künstlichen Materialien in einigen Bereichen bereits den Rang ablaufen, lässt auf ein postfossiles Zeitalters hoffen.

Und: vieles kann mit dem Motto "Nutzen statt Besitzen" geteilt und von mehreren Menschen verwendet werden. Die unterschiedlichen sharing-Modelle, weit über den Bereich der PKW-Mobilität hinaus, zeigen hierbei eindrücklich, dass auch ein komplett anderer Konsum- und Lebensstil als Grundlage nachhaltiger Entwicklung nicht mehr undenkbar ist.

Bis all dies zum "Mainstream" geworden ist, bleibt jedoch noch vieles zu tun. Hierzu wollen wir, auch als gemeinnützige Stiftung, einen spürbaren Beitrag leisten. Bezogen auf unsere eigene, institutionelle Arbeit wollen wir uns in den kommenden Jahren diesem Thema nicht nur im Rahmen eigener Projekte widmen. Darüber hinaus  soll der ressourcenschonende Umgang im Stiftungsalltag weiter vorangetrieben und geschärft werden. Vom Büroalltag bis zur Vorbereitung von Gesprächsrunden, Veranstaltungen oder Projekten – sinnlose Materialien einzusparen heißt dann meistens auch unnötige Plastikprodukte, verzichtbare Postsendungen und sinnlose Fahrerei zu vermeiden, und damit schneller zum Punkt und unseren gemeinsamen Anliegen zu kommen: mehr Nachhaltigkeit im "Garten der Metropolen".

Übrigens: CO2-Rechner oder der ökologische Fußabdruck liefern einen nützlichen ersten Eindruck, die Umweltauswirkungen menschlichen Handelns zu veranschaulichen und die Dimension dessen, was noch vor uns liegt, nicht aus dem Blick zu verlieren.

Termine

Moore schützen, Moore nutzen heute – von neuen Ideen und guten Taten.

25.-30.09.2017 | Greifswald

20 MoorFutures durch Teilnehmende der Moorkonferenzwoche in Greifswald erworben.

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Ressourcenschutz

Save-the-date: Arbeitsaustausch zum Thema "Handel mit regionalen Produkten".

08.11.2017 | Gessin

Der Handel mit regionalen Produkten beschäftigt viele Menschen, Initiativen und Unternehmen - und doch gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten, die einen Austausch lohnenswert machen.

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Ressourcenschutz