Thesen zur Nachhaltigkeit im „Garten der Metropolen“

Präambel
„Garten der Metropolen“ ist eine optimistische Vision.

„Garten der Metropolen“ beabsichtigt zunächst die Sichtbarmachung der vielfältigen, zukunftsfähigen Potenziale gerade ländlicher Räume und damit das Aufzeigen der reichhaltigen Pfade für innovative Entwicklungen – und zwar sowohl für Bewohner als auch für Besucher.

Die besondere Schärfe des demografischen Wandels im Raum zwischen Hamburg, Berlin und Szczecin (Stettin) und die daraus erwachsenden Anforderungen an den Umbau der technischen, wirtschaftlichen und sozialen Infrastrukturen eröffnet die Chancen, gerade hier nachhaltige Wege für das Leben und Wirtschaften im 21. Jahrhundert zu entwickeln. Da dieser Transformationsprozess zwangsläufig unter Berücksichtigung globaler Aspekte wie der Verknappung fossiler Ressourcen oder den Folgen des Klimawandels zu vollziehen ist, können die hierbei gewonnenen Erfahrungen und Lösungswege zu Modellen und vielleicht sogar zu Vorbildern für nachhaltiges Leben werden.

Die Vision „Garten der Metropolen“ ist die Konsequenz unseres Nachdenkens über Steuerungsimpulse für eine nachhaltige Regionalentwicklung, wie es in der Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern praktiziert wurde. Der „Garten der Metropolen“ ist damit unser regionales Synonym für Nachhaltigkeit.

These 1 │ Strukturwandel als Chance │
Der Rückzug der Infrastruktur aus dem ländlichen Raum zwischen Hamburg, Berlin und Szczecin (Stettin) bedroht entstandene Gewohnheiten und errungene Werte, wird zugleich aber als Chance erkannt. Hier, im „Garten der Metropolen“, wird schon heute ein Nachdenken provoziert, das bei geringerem Ressourcenverbrauch ein zufriedeneres Leben und Wirtschaften ermöglicht.

These 2 │ Individualität und Pluralität │
Innovative Wege bedürfen der Vielfalt und einer neuen Wertschätzung individueller Lösungsansätze, lokaler Partizipation und regionaler Verantwortung. Die Pluralität der so entstehenden Lösungswege ist gleichzeitig Risikominimierung und der beste Garant eines künftigen Überlebens in Freiheit.

These 3 │ Neue Stadt-Land-Beziehungen│
„Garten der Metropolen“ steht für die Vision, dass eine starke wechselseitige Wahrnehmung der Interessen von Bürgern der großen Städte und der ländlichen Räume die Entwicklungschancen beider verbessert. Sie verdeutlicht die wachsende gegenseitige Verflechtung und verstärkt aufeinander gerichtetes, regionales wirtschaftliches Engagement.

These 4 │ Regionale Wertschöpfung und Teilhabe │
Eine neue Balance zwischen naher und ferner Ressourceninanspruchnahme (Dienstleistungen und Güter, Kultur und Bildung, Erwerbsleben und Erholung) mindert die Risiken ungezügelter Globalisierung und eröffnet deren Chancen vollends. Regionale Wertschöpfung und Teilhabe sind elementare Voraussetzung für die Akzeptanz dieses Wandels.

These 5 │ Regionales Synonym für Nachhaltigkeit │
Der Begriff der „Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde und leidet dennoch daran, dass er in Anspruch und Auswirkungen für viele Menschen unattraktiv und unverständlich bleibt. Attraktive Synonyme für Nachhaltigkeit bewirken durch das verbesserte Verstehen dieser zentralen Herausforderung unserer Zeit angemessenes Handeln.

These 6 │ Kommunikation │
„Garten der Metropolen“ ist zunächst ein kommunikatives Projekt, welches die Entwicklung von Leitbildern sowie den Austausch von Vorstellungen und wünschenswerten Entwicklungen im „Garten der Metropolen“ anstoßen und fördern will. Die Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern regt diese Kommunikation an, um sie mit selbstbewussten regionalen Akteuren thematisch umfassend voranzutreiben und in beispielhaften Projekten umzusetzen.

These 7 │ Zukunftsfähigkeit │
In den nächsten 15-20 Jahren werden Weichen gestellt. Richtungweisende Lösungen zu Fragen von Klimawandel, Energiebasis, Ernährung und Mobilität – oder besser: von Lebensqualität insgesamt stehen bevor. Der „Garten der Metropolen“ wird den Handlungsspielraum neu bestimmen, qualitativ erweitern und mit Leben erfüllen.

Diese Thesen entstanden im Herbst 2009 als Ergebnis intensiver Diskussionen zwischen Vorständen, Mitarbeitern und verschiedenen Kooperationspartnern der Akademie. Sie prägen seither unser Nachdenken über ländliche Räume und das Agieren als Stiftung gleichermaßen.