4 Preisträger ernten​ die „Früchte aus de​m Garten der Metrop​olen“.

23.11.2012 |19 Uhr | Leea, Neustrelitz

Es ist soweit, die Jury hat entschieden, die Preisträger stehen fest und wurden am 23.11.2012 durch den Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Herrn Dr. Till Backhaus, mit dem Zukunftspreis der Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern im neuen Landeszentrum für erneuerbare Energien (Neustrelitz) ausgezeichnet.

Um die Fülle der hochwertigen Beiträge der shortlist sichtbar zu machen und auszuzeichnen, haben die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Hamburg sowie die Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft in Kooperation mit der ANE sich zu einer besonderen Wertschätzung entschlossen: Allen Kandidaten der shortlist bietet die „internationale gartenschau hamburg 2013“ im kommenden Jahr die Möglichkeit, im i-Punkt GRÜN ihr Projekt vorzustellen – dies beinhaltet die volle Erstattung der Reisekosten für 2 Personen und 2 Tageskarten. Zur genauen Rücksprache & Terminierung wird sich Frau Daniela Kuptz (Bundesgartenschau, 0228/5398012, kuptz@nopebundesgartenschau.de) mit ihnen in Verbindung setzen.


Die Preisträger des Zukunftspreises 2011/12 –
„Früchte aus dem Garten der Metropolen“


Kategorie Bildung  (3000 €)

LandWert Schulbauernhof e.V. (Stahlbrode):
„Kleine Bauern ganz groß“


Gerade Kindern und Jugendlichen zu erklären und ganz praktisch zu zeigen, woher unsere Lebensmittel kommen, wie sie erzeugt und verarbeitet werden, das ist das Anliegen des Landwert Schulbauernhofs. Ob im Garten oder Stall, der Milchkammer oder der Küche, hier können sie mit eigenen Händen buchstäblich begreifen, wie gesundes, regionales Essen seinen Weg aus der Natur auf unsere Teller findet. Diese Ideen und Konzepte an andere Höfe weiterzugeben, ist ein weiterer Grund für die Auszeichnung mit dem Zukunftspreis in der Kategorie Bildung.


Kategorie Wertschöpfung (3000 €)

Gemeinsamer Antrag aus dem Lassaner Winkel von Hof Schwarze Schafe, Kräutergarten Pommerland eG, Mirabell e.V. (Lassan):
„Lassaner Winkel am Peenestrom – ein buntes Beet
im Garten der Metropolen“


Das Gemeinschaftsprojekt einer nachhaltigen Regionalentwicklung bedarf vieler frischer Ideen, braucht motivierte Köpfe und vor allem: einen langen Atem. Dass sich auch in strukturschwachen Regionen etwas aufbauen und entwickeln kann, zeigen die Preisträger in der Kategorie Wertschöpfung. Die Vielfalt der Ideen und Vorhaben, von Bio-Betrieben über den Duft-, Tast- und Kräutergarten bis zu Gemeinschaftsgartenprojekten und neuen Formen Solidarischer Landwirtschaft (Community-Supported Agricultur, CSA), beleben nicht nur eine ganze Region, sondern ziehen Menschen jeden Alters aus ganz Deutschland an, um hier zu entspannen oder gleich ganz zu leben. Dieses zukunftsfähige, weit über den Lebensmittelbereich hinaus wirkende Netzwerk ganz unterschiedlicher Akteure und Betriebe im Lassaner Winkel ist auch der Beweis, wie viel aus eigener Kraft doch erreicht werden kann.


Kategorie Urban/Social Gardening (3000 €)

Nomadisch Grün gGmbH (Berlin):
„Prinzessinnengärten“


Auf einer vergessenen, zugewucherten und zugemüllten Fläche wurde mit dem Engagement von unzähligen Nachbarinnen und Nachbarn eine neue Form von urbanem Grün und urbanem Gärtnern ermöglicht. Keiner von ihnen besitzt ein eigenes Beet. Alle arbeiten gemeinsam daran, diesen für jede und jeden zugänglichen Garten aufzubauen und zu erhalten. Über nunmehr drei Sommer hinweg ist ein Ort des sozialen Zusammentreffens und ein Ort des informellen und erfahrungsbasierten Lernens entstanden, der neben dem Gartencafé und Gartenbauaufträgen  auch offene Beteiligungs- und Bildungsangebote sowie Kooperationen mit Schulen und Kindergärten anbietet. Die Vorbildfunktion des hier ausgezeichneten Projektes für viele Akteure und ähnliche Vorhaben in ganz Deutschland ist kaum zu überschätzen.


Kategorie Sonderpreis (1000 €)

Agrotherm GmbH (Schwinkendorf):
„Energie aus Niedermoorbiomasse“


Die für die Landwirtschaft nicht nutzbaren Flächen zugänglich zu machen für die Energiegewinnung, kann einen Beitrag leisten, den Druck auf die Flächen, nicht zuletzt durch den zunehmenden Anbau von Energiepflanzen, zu mindern. Hierfür steht das mit dem Sonderpreis ausgezeichnete Projekte der Energiegewinnung aus Niedermoorbiomasse, dass mit diesem Rückenwind hoffentlich bald an vielen Orten nicht nur erprobt, sondern auch umgesetzt werden kann.


Henrik Manthey, wissenschaftlicher Mitarbeiter
Die vielen Projekte und Ideen zeigen: Die Frage, wie und wo unsere Lebensmittel erzeugt werden, interessiert eine Vielzahl von Menschen brennend. Und wo das Obst und Gemüse nicht und nur vereinzelt im eigenen Umland zu bekommen ist, ergreifen auch viele selbst die Initiative, machen Brachflächen wieder urbar oder suchen den Kontakt zu Landwirten und Erzeuger-gemeinschaften in der Region.
Darüber hinaus eröffnen gerade die Gemeinschaftsgartenprojekte viel mehr als die Chance, einen guten Anteil an frischem, knackigem Obst und Gemüse selbst heranzuziehen und zu ernten. Das Gärtnern sensibilisiert für die Anstrengungen, die notwendig sind, um unsere Lebensmittel zu erzeugen, und zeigt, wie kostbar diese sind. Viele Gärten werden zudem zu Orten gemeinschaftlicher Verstän-digung und Gestaltung, sie liefern einen unkomplizierten Anlass, Neues zu entdecken und praktisch auszuprobieren. Diese integrative Leistung für neue Ideen und Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft sollte nicht nur in diesem Bereich Vorbild werden.