Der Zukunftspreis 2010 "Garten der Metropolen" ist vergeben!

Reinhild Ischinski, die SOS-Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden, der "Klimaclown" & die "Kommunikation mit der Kuh" sind die glücklichen Preisträger.
02.12.2010 | Schwerin - Güstrow

Im Rahmen einer atmosphärisch inspirierenden Preisverleihung ist der Zukunftspreis 2010 – "Garten der Metropolen" am 02. Dezember 2010 in Schwerin durch den Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern Erwin Sellering verliehen worden. Die Spannbreite der eingereichten Projekte und der enthaltenen Ideen boten der Jury eine Menge Stoff für intensive Diskussionen und führten zu einer Aufteilung des Zukunftspreises in einen Kommunikationspreis, einen Umsetzungspreis und zwei Anerkennungspreise.

Die anerkennenden und gleichzeitig offenen Grußworte des Ministerpräsidenten Erwin Sellering zur Arbeit der ANE,  der pointierte Blick auf den „Garten der Metropolen“ durch den Vorstands-vorsitzenden der Stiftung Prof. Dr. Peter Adolphi sowie die akzentuierten Laudationes zu den ausgezeichneten Projekten zeigten das breite Spektrum der Ideen des Zukunftspreises 2010 und der Idee „Garten der Metropolen“ insgesamt auf. Zum Abschluss der Preisverleihung wurde allen Teilnehmern des Zukunftspreises 2010 nochmals  gedankt. Jedes Projekt würdigt die ANE auf eigene Weise: durch den Erwerb von 20 Waldaktien für einen neuen Klimawald in MV!
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In seiner Einleitung zeichnete der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Prof. Dr. Peter Adolphi mit der Entstehung der Idee „Garten der Metropolen“ auch die Motivation für den diesjährigen Zukunftspreis der ANE nach: „Nachhaltigkeit ist ein Entwicklungsziel, das immer wieder und auch nach wie vor an der Sprödigkeit des Begriffes selbst zu scheitern droht. Die Akademie hat dies viele Jahre lang gespürt, wenn sie seit 2002 im dankenswerten Auftrag ihrer Stifter unterwegs war, unterstützungs-würdige Projekte der Nachhaltigkeit im Lande ausfindig zu machen und entwickeln zu helfen. Diese emotionale Stagnation hat uns bewegt, manchmal auch bedrückt. In dieser Situation wurde 2008 die Vision vom „Garten der Metropolen“ als das regionale Synonym für Nachhaltigkeit und in diesem Jahr die Idee des Zukunftspreises geboren.“

Klimaschutz, Erneuerbare Energien, der steigende Bedarf nach hochwertigen regionalen Lebensmitteln oder nach klimafreundlichen Tourismusangeboten – diese Schätze, die MV birgt, sind in der Breite unzureichend bekannt und gehoben. Für alle diese Bereiche sind die Möglichkeiten der Metropolen begrenzt, hier sind ländlicher und metropolitaner Raum im besten Sinne aufeinander angewiesen. „Im Kern geht es dabei um nicht weniger als einen Kulturwandel, der regionale Wertschöpfung und Teilhabe miteinander so verbindet, dass im ländlichen Raum ein nachhaltiger Lebensstil entsteht, der eben von „mehr Zufriedenheit“ und „weniger Ressourcenverbrauch“ gleichzeitig gekennzeichnet ist“, so Adolphi.

Die Ideen und Projekte für den Zukunftspreis 2010 sind auch ein Hinweis für „das große Interesse, passen in die im Augenblick erstaunliche Nachfrage nach unserer Vision. Der Charme eines nicht durch deklinierten Leitbildes, die Ermutigung, die davon ausgeht, dass individuelle und glaubhafte Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten erkennbar sind, trifft anscheinend den Nerv der Zeit.“

Ministerpräsident Erwin Sellering rief in seinem Grußwort dazu auf, gute Ideen für den ländlichen Raum in Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln. „Wir brauchen ein positives Bild davon, wie wir unser Land, wie wir gerade den ländlichen Raum weiter entwickeln wollen. Ein Bild, mit dem wir selbstbewusst für uns werben. Und wir brauchen kluge Ideen, mutige Initiativen, die das Bild dann mit Farbe und Leben füllen“, so der Ministerpräsident. Der Zukunftspreis sei hierfür eine gute Motivation. Außerdem würdigte Ministerpräsident Sellering den Einsatz der Einrichtung und das Engagement der Stifter: „Die Akademie leistet sehr engagierte Arbeit und hat sich vor allem mit einem Projekt hervorgetan: Sie unterstützt Kommunen dabei, zu so genannten Bioenergiedörfern zu werden. Das heißt, dass sich diese Dörfer selbst mit Energie versorgen, und zwar auf der Basis erneuerbarer Energieträger. Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in unserem Land ist aber klar: Wir brauchen noch mehr solcher konkreten Projekte. Deshalb ist es gut, dass die Akademie für Nachhaltige Entwicklung diesen Zukunftspreis ausgelobt hat. Denn hier wird vielleicht das nächste Erfolgsprojekt entdeckt und zur Serienreife entwickelt.“


Die Preisträger des Zukunftspreises 2010 -
Garten der Metropolen


Kommunikationspreis (4000€)

„Interaktives Kommunikationsprojekt“
Reinhild Ischinski, Hamburg


Aus der Laudatio von Andreas Willisch, Berlin:
„Wie kommen nun die Dinge, Leute und Räume zusammen, die immer auseinander gedacht werden? Da könnten Provokationen helfen! Es gibt die Provokationen, die Grenzen errichten, in dem gesagt wird, da ist etwas so anders, dass es mir Angst macht und es gibt auf der anderen Seite die Provokationen, die etwas Selbstverständliches verkuppeln. Das sind die Provokationen unserer Preisträgerin für den Kommunikations-preis. Doch diese Provokationen sind Herausforderungen im besten Sinn, die nahen Möglichkeiten eines "Gartens der Metropolen" zusammen zu denken. Diese Herausforderungen fordern eben jene Verantwortung heraus, die notwendig ist für die Erhaltung, für die Pflege und das Gedeihen eines Gemeinschaftsgartens. Ein Garten der Metropolen und nicht der Garten an der Müritz oder in der Prignitz oder der Odermündung.“


Verwirklichungspreis (4000€)

„Ein Dorf im Aufbruch“
Ludger Möller, SOS Kinderdorf Grimmen-Hohenwieden


Aus der Laudatio von Joachim Brenncke, Schwerin:
„Die prämierte Arbeit besticht durch das ganzheitliche Herangehen an eine nicht alltägliche, aber umso wichtigere Aufgabe der Integration, Wahrnehmung und Entwicklung einer SOS-Dorfgemeinschaft. Den Verfassern gelingt es, mit dem eingereichten Landschaftskonzept, die SOS-Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden für Besucher als Erlebnis-, Naherholungs- oder Erkundungsstandort interessanter werden zu lassen. Dieser Grundgedanke durchzieht die gesamte Arbeit, vom verbalen Konzept, über einen Masterplan, bis hin zu Detailvor-stellungen. Das Landschaftskonzept für die SOS-Dorfgemeinschaft unterzieht sich dabei keinem starren und festgefügten Schema. Die Planung selbst stellt ein Fließen dar, wie es der Prozess des Wachsens, Lebens und Sterbens allgemein auch ist.“


Anerkennungspreis (1000€)

„Begegnung mit der Kuh – Kommunikation erzeugt Bewegung“
Roland Eckelt, Havelaue & Dr. Wilhelm Schäkel, Zempow


Aus der Laudatio von Dr. Thorsten Permien, Schwerin:
„Das Projekt „Begegnung mit der Kuh. Kommunikation erzeugt Bewegung“ sieht die Kuh als Spiegel für uns selbst. Die Kommunikation mit der Kuh ist nur erfolgreich, wenn wir ihr selbstbewusst und authentisch begegnen. Die Kuh reagiert in erster Linie auf unsere Körpersprache, ihr gegenüber können wir uns nicht verstellen. Diese Ergebnisse sollen nicht allein bei der nächsten Wanderung helfen, sondern auch in den Alltag übertragen werden. Das Erlernte funktioniert nicht nur auf der Kuhweide, sondern auch im Büro.
Durch diese Kuh-Kommunikation lernen wir aber noch mehr. Über uns selbst (oder zumindest wie weit wir von uns selbst entfernt sind). Über unseren Umgang mit der Natur. Und nicht zuletzt über den respektvollen Umgang mit Mitgliedern unserer Nahrungskette.“


Anerkennungspreis (1000€)

„Klimaclown“
Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung, Berlin & Fritz-Greve-Gymnasium, Malchin


Aus der Laudatio von Dr. Thorsten Permien, Schwerin:
„Alles was heute gestaltet, geplant und entschieden wird, begleitet die jetzt jungen Menschen am längsten. Sie müssen mit den Folgen am längsten Leben, wenn eine Entwicklung nicht nachhaltig verläuft, sondern auf Ressourcen-verschwendung und Umweltverschmutzung basiert: Kinder haften für ihre Eltern!
Was liegt also näher, als mit jungen Menschen gemeinsam diese Inhalte und Bilder zu entwickeln? Ein herausragendes Beispiel ist das Video „Klimaclown“ des Kollegs für Management und Gestaltung Nachhaltiger Entwicklung. Dieses Video wurde u.a. gemeinsam mit jungen Menschen aus Malchin entwickelt und realisiert. Diese Jugendlichen haben dadurch nicht allein das Wissen, sondern die Kompetenz erworben, solche Projekte zu realisieren. Sie haben gelernt, wie man kreativ arbeitet und gestalterisch tätig wird. Ein Garten ist etwas, was gestaltet werden kann und soll. Das gilt auch für den "Garten der Metropolen". Nur so wird er auch zu einer Heimat, in der ich Ursache von etwas bin. Das Video ist trotz des ernsten Inhalts optimistisch und vor allem: unterhaltsam.“