Streuobstwiesen sind Teil einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Apfel‐, Birnen‐, Kirschen‐ und Pflaumenbäume unterschiedlichen Alters stehen hier „verstreut“ und werden nicht intensiv gepflegt. In Mitteleuropa zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Das Gros der heute bestehenden Streuobstwiesen in Mecklenburg‐Vorpommern sind in den 1930er Jahren gepflanzte Bäume mit begrenzter Lebenserwartung.

In der 2012 vorgelegten Strategie zur „Erhaltung und Entwicklung der Biologischen Vielfalt in Mecklenburg‐Vorpommern“ (LU MV 2012) wird der Erhalt und die Mehrung hochstämmiger Streuobstbestände (Ziel 59, Aktionsfeld 59, Leuchtturmprojekt 13) gefordert. Zudem ist festzustellen, dass das Thema Streuobst in Mecklenburg‐Vorpommern seit einigen Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung erheblich an Bedeutung gewonnen hat.

Der Erwerb eines  Streuobstgenussscheins® kostet 10€ und steht für eine einjährige Pflege eines Obstbaumes. Für zehn Streuobstgenussscheine® fördern wir die fachgerechte Pflanzung eines Obstbaumes. Die durch den Verkauf von Streuobstgenussschein eingenommenen Gelder fließen in einem von der Akademie für Nachhaltige Entwicklung verwalteten Pool. In dem fachlich versierten Vergaberat entscheiden Pomologen, Obstbauer, Pädagog_innen, Imker und Projektmanager über  die Verwendung der Mittel.

Dem Vergaberat „Projektförderung Streuobstgenussschein MV“ gehören an:

  • Dr. Thorsten Permien, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
  • Dirk Niewöhner, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
  • Ewald Krombholz, Interessengemeinschaft Comthurey
  • Meike-Christine Karl, ANU MV - Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
  • Anja Abdank, Förderverein Bützower Land
  • Dirk Müller, Förderverein Bützower Land
  • Horst Friedrich, Pomologen-Verein
  • Jens Meyer, Pomologen-Verein
  • Ingmar Kruckelmann, AG Obstgehölzepflege
  • Rüdiger Brandt, AG Obstgehölzepflege
  • Ulrike Gisbier, Akademie für Nachhaltige Entwicklung
  • Henrik Manthey, Akademie für Nachhaltige Entwicklung
  • Mirko Lunau, Melimalum | Mosterei und Imkerei

Um eine Mindestqualität bieten zu können, wurde der Streuobstgenussschein-Standard entwickelt. Die hier aufgeführten Kriterien basieren u. a. auf den Erfahrungen mit Standards auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt. Geregelt wird u. a.:

  • Die Zusätzlichkeit: die mit Hilfe des Streuobstgenussschein finanzierten Projekte müssen zusätzlich sein. Eine (Teil-)Finanzierung etwa im Rahmen von Eingriffs- und Ausgleichsregelungen vorgeschriebener Projekte ist nicht möglich.
  • Die Permanenz: die unterstützten Projekte sind auf Dauer angelegt und können nicht kurzfristig wieder rückgängig gemacht werden. Anderenfalls müssen die Mittel wieder zurück gezahlt werden.
  • Die Nachhaltigkeit: die Anlage von Streuobstwiesen darf nicht zur Einschränkung anderer Ökosystemleistungen führen. So ist beispielsweise die Unterstützung der Anlage von Streuobstwiesen auf trocken gelegten Mooren ausgeschlossen.
  • Die Vertrauenswürdigkeit: die unterstützten Standorte sollen grundsätzlich für Interessierte (insbesondere für Investoren) erlebbar gestaltet werden. Dies kann u. a. über die Durchführung von Saftfesten und ähnlichen Aktivitäten erfolgen. Damit ist der Streuobstgenussschein konkret und erlebbar und verliert seine Anonymität (im Unterschied beispielsweise zu anonymen Naturschutzspenden).
  • Die Eindeutigkeit: jeder verkaufte Genussschein trägt eine Nummer und ist eindeutig dem Investor zuzuordnen. Im Kontext der Kohlenstoffmärkte spricht man in diesem Zusammenhang von einem Stilllegungsregister.


Weitere Informationen zum Streuobstgenussschein (SOS) und zur SOS‐Projektförderung finden Sie auch auf der Homepage: www.streuobstgenussschein.de

Übrigens:
Im „Streuobstnetzwerk MV“ kooperieren viele, über das gesamte Land verteilte Partner und in einer Reihe von Projekten in unterschiedlicher Trägerschaft zusammenwirken. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.


Ulrike Gisbier, ANE MV
Ulrike Gisbier, ANE MV

Ulrike Gisbier

Tel.: 03846/776906
Mobil.: 0160/96785534
E-Mail: ulrike.gisbier@nachhaltigkeitsforum.de

17 Beispiele aus MV.
Neue Broschüre zum Download und Bestellen.
17 Beispiele aus MV.
Neue Broschüre zum Download und Bestellen.